Energieunion

Energieunion festigen und Übergang zu klimafreundlicher Energieversorgung beschleunigen

Chancen

Grundpfeiler einer klimafreundlichen Wirtschaft ist eine emissionsarme Energieversorgung. Mit entsprechender Infrastruktur kann CO2-freier Strom Gebäude heizen als auch Autos und Vans antreiben.

Die Energieunion ist das politische Forum, wo die Debatte über eine klimafreundliche Energieversorgung stattfindet. Dabei geht es um mehr als 50 strategische Maßnahmen, die in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Märkte, Infrastruktur sowie Verkehr, Gebäude und CO2-Bepreisung ungesetzt werden müssen, um Europa bis 2030 und darüber hinaus bei der Umstellung auf eine klimafreundliche Wirtschaft auf Kurs zu bringen.

Die Energieunion ist zugleich Chance und Risiko für die Dekarbonisierungs-Agenda; Risiko, wenn sie sich allein auf Energiesicherheit im Sinne von Gas-Ankauf und die Rehabilitierung des innereuropäischen Kohleabbaus beschränkt; Chance, wenn es gelingt, mit der Energieunion den Übergang zu einem integrierten, klimafreundlichen Energiesystem zu stärken. Die Verbreitung Erneuerbarer Energien und von Energieeffizienz sowie die Aussicht auf eine integrierte, europäische Stromversorgung, die auf einer innovativen Marktgestaltung beruht, können die Kosten niedrig halten und die Umstellung Europas auf einen klimafreundlichen Pfad vorantreiben. Das vergangene Jahr hat Fortschritte gebracht. Die Vision einer Energieunion und das entsprechende Arbeitsprogramm legen nun den Fokus auf Dekarbonisierung.

Der Begriff Energieunion wurde das erste Mal im Zusammenhang mit den geopolitischen Spannungen zwischen Russland und der Ukraine im Jahr 2014 genutzt, als sich die Angst um die Sicherheit der Energieversorgung bis in die höchsten politischen Ebenen Europas ausweitete. Die Idee zur Energieunion wurde von Donald Tusk, dem ehemaligen polnischen Ministerpräsidenten und heutigen Präsidenten des Europäischen Rats auf den Weg gebracht und von dem damals neu ernannten Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, aufgegriffen. Juncker erklärte die Energieunion zur strategischen Top-Priorität seiner fünfjährigen Amtszeit und machte den Slowaken Maroš Šefčovič zum Vizepräsidenten für die Energieunion.

Herausforderungen

Die kontinuierliche Unterstützung für die Vision einer klimafreundlichen Energieunion aufrecht zu erhalten, ist eine Herausforderung. Interessenvertreter von Unternehmen, Städten, der Finanzwirtschaft und die Bevölkerung selbst müssen die Agenda der Energieunion als ihr eigenes Anliegen begreifen und weiterentwickeln. Das ist in einem politischen Umfeld, in dem „mehr Europa“ in Frage gestellt wird, keine leichte Aufgabe. Zwar erkennen die meisten Mitgliedstaaten die Vorteile einer Zusammenarbeit in Energiefragen (Kosten, Risiko, Belastbarkeit) und wollen diese auch nutzen. Dennoch gibt es Hindernisse für konkrete Fortschritte in Richtung einer engeren institutionellen Zusammenarbeit. Dies könnte zu einer Diskrepanz zwischen der Vorstellung der Europäischen Kommission einerseits und dem Fortschrittswillen der Mitgliedstaaten andererseits führen. Es besteht die Gefahr, dass die Vision einer ehrgeizigen Energieunion im Laufe der kommenden Jahre verwässert wird, wenn konkrete strategische Initiativen im Bereich Klima- und Energiepolitik bis 2030 im Europäischen Parlament und Europäischen Rat erörtert werden.

Herangehensweise

Die European Climate Foundation (ECF) und ihre Partner sind seit vielen Jahren überzeugte Befürworter einer integrierten europäischen Energie- und Klimaagenda. Die Reihe „Roadmap 2050“ der ECF, die in Zusammenarbeit mit der NGO Third Generation Environmentalism (E3G) und dem Think-Tank Regulatory Assistance Project (RAP) ausgearbeitet wurde, liefert zahlreiche Fakten über die Vorteile einer Marktintegration aus Kosten- und Risikoperspektive. ECF-Initiativen wie Agora Energiewende oder das polnische Forum für Energieanalysen unterstützen diese Agenda auch direkt aus zentralen europäischen Hauptstädten.

Die ECF arbeitet mit einem innovativen Cluster-Ansatz auf europäischer und nationaler Ebene, um Schlüsselakteure wie die E3G, das Cambridge Institute for Sustainability Leadership (CISL), Agora Energiewende und RAP an einen Tisch zu bringen. Die Cluster-Partner verfügen über ein ausgeprägtes Verständnis strategischer Herausforderungen und politischer Hindernisse. Weitere Organisationen, mit denen wir zusammenarbeiten, sind das Buildings Performance Institute (BPIE), Chatham House und Friends of the Earth.

Die ECF arbeitet darüber hinaus auch mit führenden Energie-Analysten zusammen. Dazu gehören Climact, Artelys, ElementEnergy und die größere TIMES-Gemeinschaft für Energiemodelle. Ziel ist es, neue, innovative Möglichkeiten zur Energiemodellierung zu entwickeln, die dann dem Netzwerk zur Verfügung gestellt werden und ein Höchstmaß an Transparenz sichern.

Für weiterführende Informationen besuchen Sie bitte die Website Energy Union Choices unter energyunionchoices.eu.