Innovation

Wettbewerbsvorteil beim Übergang zu einer klimafreundlichen Weltwirtschaft

Chancen

Das Abkommen von Paris setzt ein globales Ziel von Netto-Null-Treibhausgasemissionen in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts. Folglich wird der Prozess der Dekarbonisierung an Tempo gewinnen und die europäische Wirtschaft grundsätzlich verändern, die sich gleichzeitig einer großen Bandbreite globaler technologischer, sozialer und ökologischer Trends stellen muss. Während auf lange Sicht eine nachhaltigere, gerechtere und florierende Weltwirtschaft geschaffen werden soll, geht die Veränderung kurzfristig mit einer „kreativen Zerstörung“ einher, die sich bereits auf etablierte Märkte, Geschäftsmodelle, Denkweisen und Erwartungen auswirkt und die alte Wirtschaftsordnung durch neue Formen eines nachhaltigeren Wachstums ersetzt.

Der Markt für klimafreundliche Produkte und Dienstleistungen ist bereits von beachtlicher Größe und wird in den kommenden Jahren aller Wahrscheinlichkeit nach exponentiell wachsen: Der Bericht zur New Climate Economy schätzt, dass bis 2030 insgesamt 90 Billionen USD an Investitionen getätigt werden. Unternehmen, die entsprechend vorausdenken und innovativ arbeiten, um ihre Dekarbonisierungsstrategie mit anderen Megatrends wie Digitalisierung, Robotisierung, Urbanisierung und demografische Veränderungen abzustimmen, werden am meisten davon profitieren. Der Umbruch zu einer klimafreundlichen Wirtschaft eröffnet deshalb große Chancen für die europäische Industrie.

Herausforderungen

Die Herausforderung für Europa ist, die Innovationstiefe und -geschwindigkeit voranzutreiben, damit Unternehmen in heimischen und globalen Märkten erfolgreich sein können. Da andere Länder und Regionen rund um den Globus bereits entsprechende Strategien entwickeln, ist auch in der Europäischen Union (EU) jüngst das politische Interesse an der Rolle der Industrie bei der Entwicklung einer wettbewerbsfähigen, inklusiven und klimafreundlichen Wirtschaft gewachsen. Ebenso kommt der Innovationspolitik wachsende Aufmerksamkeit zu.

Die Frage ist, ob die EU diese zwei Themen effektiv verbinden kann, nun da die Notwendigkeit einer integrierten Innovationsstrategie für die Industrie auf europäischem, nationalem und regionalem Niveau zunehmend erkannt wird. Derzeit fehlt es Europa immer noch an einer klaren gemeinsamen industriellen Vision sowie an einem kohärenten Strategiepaket, das Innovation als Kernelement enthält. Europa benötigt Strategien, die auf die Realitäten des 21. anstatt auf jene des 20. Jahrhunderts ausgerichtet sind.

Herangehensweise

Die European Climate Foundation (ECF) hat die Initiative „Industrial Innovation for Competitiveness – i24c“ ins Leben gerufen. Ihr Zweck besteht darin, das Verständnis darüber zu verbessern, wie die europäische Wirtschaft im Wettbewerb erfolgreich sein und Wohlstand durch eine systemische, auf Innovation ausgerichtete Industriestrategie voranbringen kann. Eine Grundannahme von i24c ist, dass die europäische Industrie nur dann wettbewerbsfähig bleiben wird, wenn ihre Strategie zum einen mit tiefgreifender Dekarbonisierung einhergeht und sich zum anderen weitere Megatrends zunutze macht, beispielsweise Digitalisierung und Ressourceneffizienz.

i24c arbeitet auf Basis aktueller Forschung und unterstützt Dialog verschiedener Interessengruppen ebenso wie Engagement auf höchster Ebene. Diese Arbeit wird durch eine Gruppe hochrangiger Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft beratend begleitet. Ziel ist, zwischen öffentlichem und privatem Sektor eine gemeinsame Vorstellung einer effektiven Innovationsstrategie zu entwickeln und auf deren Verwirklichung auf europäischer, nationaler, regionaler oder lokaler Ebene hinzuarbeiten. Unter anderem arbeitet i24c auch mit der OECD, NER400 und Industrial Carbon Capture and Storage.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an info@i2-4c.eu.