Verkehr

Den Übergang zu einer sauberen, smarten Mobilität ermöglichen

Herausforderungen

Der Transportsektor ist Europas zweitgrößte Quelle erderwärmender Emissionen und speist sich hauptsächlich aus Erdölimporten. Die Aufgabe den Klimawandel zu bewältigen, kann daher durch sinkende Abhängigkeit von Erdölimporten gleichzeitig die Chance eines wirtschaftlichen Zusatznutzens bieten. Denn je 100€ für das Betanken eines durchschnittlichen Fahrzeugs verlassen 43€ die europäische Wirtschaft und fließen Erdöllieferanten zu.

Allein die Umstellung auf effizientere Fahrzeuge, wie Hybridautos, würde den Geldabfluss aus der europäischen Wirtschaft verringern und zugleich Haushalten mehr verfügbares Einkommen lassen, selbst unter Berücksichtigung leicht erhöhter Fahrzeugpreise. Durch einen höheren Anteil im Inland produzierter Energie im Transportsektor, wie erneuerbare Energien oder Wasserstoff, würde die Energiehandelsbilanz verbessert und die Wirtschaft weniger Ölpreisschwankungen ausgesetzt.

Allein die Umstellung auf effizientere Fahrzeuge, wie Hybridautos, würde den Geldabfluss aus der europäischen Wirtschaft verringern und zugleich Haushalten mehr verfügbares Einkommen lassen, selbst unter Berücksichtigung leicht erhöhter Fahrzeugpreise. Durch einen höheren Anteil im Inland produzierter Energie im Transportsektor, wie erneuerbare Energien oder Wasserstoff, würde die Energiehandelsbilanz verbessert und die Wirtschaft weniger Ölpreisschwankungen ausgesetzt.

Von der ECF geförderte und durch Sachkunde von Industriepartnern gestützte Forschung kam zu dem Ergebnis, dass eben diese Verschiebung wirtschaftlicher Aktivität im Rahmen eines moderaten Wandels hin zu Hybrid- und Elektrofahrzeugen bis 2030 etwa 800.000 Arbeitsplätze schaffen könnte. Verglichen mit dem business-as-usual-Szenario könnte diese Umstellung, wenn sie weltweit verfolgt würde, den Ölpreis senken und zugleich das Wachstum in importabhängigen Volkswirtschaften wie Europa steigern.

Innovationen auf dem Gebiet klimafreundlicher Transporttechnologien sollten zudem mit einer verringerten Kohlenstoff-Intensität der verwendeten Energiequellen einhergehen. Seit 1990 ist die Kohlenstoff-Intensität des europäischen Stroms um 12,8% gesunken und es zeichnet sich ab, dass diese bis 2030 um weitere 47% abnimmt. Dennoch dürften Flüssigbrennstoffe für diesen Zeitraum die dominierende Energiequelle für den Transportsektor bleiben. Dies eröffnet die Möglichkeit, eine nachhaltige europäische Versorgungskette für fortschrittliche Biokraftstoffe aus Abfällen und Reststoffen voranzutreiben. Somit könnten nicht nur die Emissionen jener Transportmittel verringert werden, die nicht leicht zu elektrifizieren sind, sondern auch Europas Energiehandelsbilanz verbessert werden.

Chancen

Die oben beschriebenen Vorteile auch nutzbar zu machen, wird eine Herausforderung, denn verschiedene nicht-wirtschaftliche Hemmnisse haben Ineffizienz zu einem Teil des Systems werden lassen. Während viele andere Sektoren rasch sinkende Kohlenstoffemissionen verzeichnen können, hält die hohe Nachfrage auf dem Transportsektor den Emissionsgrad noch immer über dem Stand von 1990.

Die Überwindung dieser Hindernisse erfordert politische Maßnahmen, wie CO2-Standards, damit klimafreundlichere Fahrzeuge auf den Markt kommen. Darüber hinaus bedarf es Maßnahmen, welche die Nachfrage für ebendiese Fahrzeuge anregen, etwa die eindeutige und transparente Kennzeichnung der Brennstoff-Effizienz. Die CO2-Standards der EU haben seit ihrer Einführung 2008 eine 20%ige Senkung der Fahrzeugemissionen bewirkt und sind auf dem Weg, bis 2021 eine weitere Reduzierung um 23% zu erzielen.

Zwar kann bei der Effizienzsteigerung herkömmlicher Motoren über 2021 hinaus noch mehr erreicht werden, letztlich kann den Herausforderungen des Klimawandels aber nur mit einer Umstellung auf Transportmittel begegnet werden, die durch alternative Energiequellen wie Strom, Wasserstoff oder kohlenstoffarme Flüssigbrennstoffe betrieben werden. Gleichzeitig muss der Fortschritt in Richtung einer klimafreundlicheren Mobilität auch mit einer Vielzahl weiterer Entwicklungen einhergehen; hierzu gehören die Urbanisierung, Digitalisierung, innovative Geschäftsmodelle sowie eine veränderte Haltung der Verbraucher gegenüber dem Besitz eines eigenen Fahrzeugs. Gründliche Planung ist zudem unerlässlich, um eine reibungslose Eingliederung des Verkehrs ins Stromnetz zu gewährleisten und somit den Bedarf an zusätzlichen Investitionen in Infrastruktur und Erzeugungskapazitäten zu minimieren. Diese komplexen Zusammenhänge verdeutlichen, dass die Verkehrswende gesamtgesellschaftliche Fragen aufwirft, die weit über Belange des eigenen Fahrzeugs hinausreichen.

How much spending on oil can European policy avoid in 2030?

Vorgehen

Der Fokus des ECF-Verkehrsprogramms lag zunächst auf der Anhebung von CO2-Emissionsstandards für PKWs, leichte Nutzfahrzeuge und LKWs. Dazu kooperierten wir einerseits mit zentralen Partnern aus Industrie und Zivilgesellschaft, andererseits förderten wir Studien, die unseren Partnern zwecks Stärkung ihrer Argumente die notwendigen technischen, wirtschaftlichen und politischen Analysen liefern. Wir haben bereits beträchtliche Fortschritte erzielt – vor allem, indem wir aufgezeigt haben, dass ein verbindlicher Standard in Höhe von 95g CO2/km für PKW ab 2021 positive Auswirkungen für Verbraucher, Wirtschaft und Umwelt hat.

Eine vergleichbare Strategie verfolgen wir im Luft- und Schifffahrtsektor, wo sich unser Hauptaugenmerk ebenfalls darauf konzentriert, über die Erarbeitung angemessener Instrumente Emissionsreduktionen bereits bestehender Flottenbestände anzuregen.

Darüber hinaus bereiten wir uns auf politische Diskussionen über eine weitgreifende Reform des gesamten Verkehrssystems vor. Für den Wandel zu einem Verkehrssystem mit ultra-geringem Emissionsausstoß muss ein komplexer Prozess bewältigt werden. So werden weiterführende Maßnahmen nötig sein, um die Verbrauchernachfrage nach emissionsfreien Fahrzeugen zu gewährleisten, den Ausbau einer Ladeinfrastruktur zu unterstützen und eine reibungslose Integration ins Stromnetz sicherzustellen. Für die ECF bedeutet dies eine Konzepterweiterung vom Schwerpunkt Kraftstoffeffizienz hin zur Effizienz des gesamten Verkehrssystems. Dabei muss eine optimale Mischung aus Funktionsweisen, Technologien und der Raumplanung ermöglicht werden.

Für die ECF bedeutet dies eine Konzepterweiterung: weg vom Schwerpunkt Kraftstoffeffizienz hin zu Fahrzeugeffizienz und schließlich Effizienz des gesamten Verkehrssystems. Dabei stellt es eine besondere Herausforderung dar, die optimale Mischung zwischen verschiedenen Transportarten, Technologien und der Raumplanung zu finden.

Wir planen dies in enger Abstimmung mit der Industrie, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften, Verbraucherverbänden und weiteren relevanten Interessenvertretern umzusetzen. Der Erfolg unserer Strategien hängt nicht zuletzt von der Einbindung dieser Partner ab.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an transport@europeanclimate.org.